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Es gibt nichts Gutes, außer man tut es – warum nicht, dachte ich mir also und startete mit dem o.g. Motto unter unseren Freunden und Bekannten den o.g. Aufruf. Ziel war es, ganz im Sinne von Weihnachten, Menschen einfach ein Geschenk zu machen – mit der Fotografie. Der Ort sollte öffentlichen Charakter haben und für alle die Interesse haben zugänglich sein und so haben wir uns entschieden die Räume der Evangelisch-Freikirchlichen-Gemeinde Sehnde im Anschluß an den sonntäglichen Gottesdienst zu nutzen.

Raum und Deko

Vorbereitung ist wie immer alles, daher machten wir uns bereits am Abend zuvor auf und haben den Raum vorbereitet und mit dem Licht und Deko experimentiert. Ganz nach dem Vorsatz: Nicht glauben, ausprobieren!

Die Wand in unserem Raum hatte einen unglücklichen Hintergrund mit einer Tür und einer mehr oder weniger einfarbigen weißen Wand. Nicht gerade ideal. Also ran an den Hintergrund. Es gab Motive zuhauf im Internet. Material in verschiedenen Ausführungen und Qualitäten. Mein Hintergrund sollte möglichst hell und nicht auffällig in den Vordergrund treten. Ich wollte ja Menschen und nicht Wände, Stoffe oder Papierrollen ablichten.

Ich war nicht zufrieden – nicht zu frieden mit mir selbst…

An dem Abend war der Hintergrund schnell aufgebaut. Zwei Ständer und eine Querstange würden die unruhige Wand über die ganzen 4m vollkommen abdecken können. Soweit so gut. Nun musste die Wand mit irgendwas abgedeckt werden, zur Auswahl standen mehrere Möglichkeiten:

Eine Vinylleinwand mit verschiedenen Motivdrucken, eine unhandliche 4m lange Papierrolle oder ein schwerer Moltonstoff der auf Bühnen zum Einsatz kommt.

Die Qual der Wahl

Da die ganze Aktion unter dem Motto „for free“ statt finden sollte, wollte ich auch kein Vermögen für Hintergründe ausgeben und auch die Zeit drängte. Damit fielen schon mal die praktischen Vinylleinwände raus. Sie haben den Vorteil kaum Falten zu werfen und sind also als Hintergrund ideal, aber für größere Gruppen oft zu schmal. Es gestaltete sich schwierig eine bezahlbare 4m breite Vinylleinwand zu finden, die nicht von einem chinesischen Händler stammen würde, um zeitnah zum Termin einzutreffen. Eine 4m Rolle wäre auch super. Mit einem Preis von ca. 80€ durchaus im Rahmen, bei gleichzeitiger Unhandlichkeit wegen der Länge in der Handhabung.

Lachfalten auf der Wand…

Meine Entscheidung fiel also auf Molton, um es vorweg zu nehmen, es war murks und ich war sauer auf mich selbst… Was als schwarzer Hintergrund durchaus gefällig ist, geht in grau gar nicht. Es ist ja einfachste Physik – bei 4m Länge biegt sich eine Stange nun mal und unser Hintergrund bedankte sich mit Lachfalten, die auf jedem Bild unschön zu sehen wären.

Am Abend zuvor wurde mir also unweigerlich klar – der Hintergrund ist Mist! Würde also der Termin platzen? Was nun? Wo bekomme ich um 21 Uhr Abend, auf einen Samstag einen passenden Hintergrund her? In solchen Momenten fängt bei mir nach einer kurzen Frustphase das Brainstorming an…

Plan „B“

Plan „B“ musste her. Nachdem wir alle Möglichkeiten in dem Nebenraum der Kirche durchgegangen waren, war mir klar, hier wird es nix. Schwarzer Hintergrund zu Weihnachtsfotos geht gar nicht, das helle Grau spielte wegen den Falten gar nicht mit. Damit fiel unsere Wahl auf den besten Hintergrund, den unsere Location hergab und das ist die Steinwand im Saal selbst.

Oft ist die Lösung deiner Probleme oft sehr nah und ganz nach unserem Motto „for free“, wer braucht schon teure Hintergründe 🙂

Lichtsetup

Keep it simple – manchmal ist weniger mehr. Auch beim Lichtsetup sollten der Aufbau, wie auch die Ausgaben im Rahmen bleiben. Im Nachhinein hätte ich mir eine zweite Octabox mit einem zweiten Studioblitz gewünscht, um gerade größere Gruppen besser auszuleuchten, aber es funktioniert auch mit einer Softbox.

Alles in allem kein teures Setup (in Summe ca. 230€, ich habe selbst dank Ebay und Co. über die Jahre dafür nur ca. 140€ ausgegeben) und für jeden Fotografen im erschwinglichen Rahmen. Letztlich sieht man auf einem Bild nicht unbedingt mit welcher Technik gearbeitet wurde.

Es geht los

Nach dem Gottesdienst bauten wir also in kurzer Zeit eine kleine Deko auf. Tannenbaum, eine Decken, kleine Hocker, ein Schlitten und diverse Weihnachtskugeln rundeten das Bild ab. Auch die Technik wurde positioniert und kurz ‚eingeschossen‘. Beide Kameras auf gleiche Werte eingestellt. Zum Einsatz kam ein 32mm und ein 50mm Objektiv. Damit konnte man schnell zwischen Gruppenbildern und Portraits springen ohne sich lange mit dem Wechseln von Objektiven zu beschäftigen.

Motivation ist wie immer alles. Laune von Kindern kann man oft nur eingeschränkt beeinflussen. Oft hilft auch schon eine kleine Leckerei oder einfach ein satter Magen und schon haben die Kleinen Laune mitzumachen. Große Familien entwickeln auch selbst oft eine Eigendynamik, so dass gute Laune und die schönen Momente selbst bei diesen gestellten Fotos fast wie von selbst entstehen.

Fazit

Nach einem kurzen Desaster mit dem Hintergrund wurde das kleine Weihnachtsshooting doch noch zu einem großen Spaß mit schönen Aufnahmen für alle Teilnehmer.

Vielen Dank für diejenigen, die diese Aktion mit einer Spende an die EFG Sehnde unterstützt haben, in deren Räumen diese Veranstaltung stattfand.

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